Selbstverständlich sind aussagefähige Bezeichnungen von Menüpunkten und Handlungsanweisungen auf einer Webseite ein elementar wichtiger Bestandteil einer nutzerfreundlichen Navigation und einer vom Benutzer akzeptierten Webseite. Das gilt auch oder vor allem auch in Deutschland. Und besonders auch im B-to-B Sektor. Besonders deutlich ist mir dies klar geworden, als ich einmal voller Stolz meinem Cousin, der Verkaufsleiter eines großen mittelständigen Herstellers von Matratzen und Bettwäsche ist, eine von mir konzipierte recht innovative Webseite zeigte. Nach einer ausführlichen Erörterung sagte er nur „Erwin das versteht keiner, der Deutsche Mittelstand ist sprachenlos“. Zunächst war ich sprachlos. Aber da mein Cousin 30 Jahre im Geschäft war, nahm ich seine Vorbehalte ernst und führte eine Überprüfung der verwendeten Begriffe durch. Das Ergebnis war eindeutig: Viele potentielle Benutzer hatten Schwierigkeiten mit den für mich bereits zum Alltag gehörenden Anglizismen. Das Konzept wurde mit Hinblick auf die verwendeten Begrifflichkeiten komplett überarbeitet.
Doch nicht nur die Begriffe in den Menüpunkten sollten trennscharf sein und je nach Zielgruppe tunlichst Anglizismen vermeiden. Auch Handlungsanweisungen innerhalb des Textes wie beispielsweise „Bitte scrollen Sie nach unten um dort ...“ sollten je nach Zielgruppe vermieden werden. Viele Besucher einer Website, und ganz besonders die ältere Generation, die sich in zunehmendem Maße ebenfalls mit dem Internet beschäftigt, hat Probleme mit Begriffen wie Scollen, Homepage, Feedback, FAQ (Frequently Asket Questions) und dergleichen. Möglicherweise werden Sie jetzt schmunzeln, denn jemand der tagtäglich im Internet unterwegs ist nimmt solche Begriffe bereits als Selbstverständlichkeit war. Die Kernfrage jedoch ist nicht wie Sie diese Begriffe wahrnehmen, oder wie der Kundenberater Ihrer Agentur diese Begriffe wahrnimmt, sondern vielmehr wie die Besucher Ihrer Website es tut.