Grundsätzlich ist man bei der Ausgestaltung der Navigation frei. TYPO3 ist in der Lage, verschiedenste Navigationskonzepte, auch solche, die ich in keinem Fall empfehlen würde, abzubilden. Bei der Navigation hat sich im Laufe der Jahre ein gewisser Standard entwickelt. Es ist von Vorteil, sich an diesen Standard zu halten, da die Mehrzahl der Besucher einer Website sich an diesem Standard (wenn auch unbewusst) orientieren wird. Bitte bedenken Sie auch die eingangs gemachten Erläuterungen zur durchschnittlichen Verweildauer eines Besuchers auf einer Webseite. Besucher entscheiden innerhalb von Sekunden, ob sie auf der Webseite bleiben, also einen weiterführenden Link auf der Webseite anklicken, oder diese wieder verlassen. Es ist also in Ihrem Interesse, die Website-Navigation so zu gestalten, dass der Besucher sich schnell zurechtfindet. Hierbei helfen Standards bzw. im Fall von Navigationskonzepten De-facto-Standards.
Bei „normalen“ Weibseiten, also solchen Webseiten, die nicht Katalog-Webseiten oder dem Entertainementbereich zuzuordnenden sind, erwarten bereits heute mehr als 50% der Besucher die Hauptnavigation links. Im Kopfbereich befinden sich die wesentlichen Menüpunkte der Basisnavigation. Die folgende Skizze veranschaulicht das Prinzip:
Je nachdem wie tief die Menüstruktur ist, kann auch unterhalb der Basisnavigation eine Historienleiste (neudeutsch Breadcrumb) installiert werden. Dieses empfiehlt sich jedoch in der Regel nur wenn die Website über drei oder mehr Ebenen verfügt.
Als Faustformel für die Anzahl der Menüpunkte innerhalb einer Navigation lässt sich Sieben festhalten. Ein Navigationselement, wie beispielsweise die Hauptnavigation sollte also im Idealfall nicht mehr als sieben Wahlmöglichkeiten haben. Auch in der zweiten Hierarchieebene sollten jeweils nicht mehr als sieben Unterpunkte untergebracht werden. Es gilt als relativ gesichert, dass eine größere oder gar deutlich größere Anzahl von Menü-Optionen die Orientierung auf der Website erschwert.
Auch das typische TYPO3 Standard Navigationskonzept ist noch häufig zu finden. Hierbei sind die Hauptnavigationspunkte im oberen Bereich der Website horizontal angeordnet und die Unterpunkte links. Die folgende Skizze veranschaulicht das Prinzip:
Bei Seiten mit sehr vielen Inhalten und sehr vielen Unterseiten hat sich die Reiternavigation bewährt. Diese wird beispielsweise auch von Quelle und Amazon eingesetzt. Diese Art der Navigation ist intuitiv zu bedienen und ist hervorragend geeignet um in übersichtlicher Form viele Unterpunkte darstellen zu können.
In der Realität gibt es sehr viele Unternehmen, die die Bedeutung einer schnell verständlichen Navigation bzw. die Bedeutung eines De-facto-Standards unterschätzen. Man findet heute immer noch die abenteuerlichsten Navigationskonstruktionen im Internet, die möglicherweise einen hohen künstlerischen und hohen gestalterischen Wert haben, die jedoch das Gros der Besucher eher davon abhalten werden, sich tiefer mit den Inhalten der Website auseinanderzusetzen.
Über das Grundlayout einer Navigation hinaus gibt es einige Kleinigkeiten, deren Beachtung in Summe sicherlich positive Auswirkungen auf die Benutzerfreundlichkeit einer Webseite hat.
Das Logo beispielsweise, welches sich bei den meisten Webseiten oben links oder oben rechts befindet, ist häufig mit der Startseite der Website verlinkt. Es steht zwar nirgendwo festgeschrieben, dass dieses so sein sollte, jedoch hat es sich so eingebürgert und stellt demnach eine Art De-facto-Standard dar. Technisch ist die Verlinkung des Logos mit der Startseite der Webseite nur eine Kleinigkeit. Es gibt also eigentlich keinen Grund diese Verlinkung nicht vorzunehmen. Selbst wenn man nun argumentieren möchte, dass aus SEO-Gründen das Logo und die Homepage nicht der erste Link sein soll, den eine Suchmaschine findet, so wäre es durch den Einsatz einer geschickten Positionierung mittels DIV-Layer im CSS ohne Probleme möglich, beide Ziele zu erreichen.
Als nächstes Navigationsinstrument möchte ich die Sitemap ansprechen. Die zahlreichen Möglichkeiten, mit TYPO3 eine Sitemap automatisch generieren zu lassen, sind im Rahmen des Kapitels „Suchmaschinenoptimierung“ ja ausführlich besprochen worden. Aber nicht nur aus SEO-Sicht hat die Sitemap Vorteile. Auch zur Orientierung und zur Navigation kann eine Sitemap dem Benutzer eine wertvolle Hilfestellung sein. Es empfiehlt sich daher, eine Sitemap anzubieten und dieses auch an präsenter Stelle zu tun.
Bei großen Webseiten ist die Suche ein weiteres Navigationsinstrument von Bedeutung. Es gibt jedoch viele Webseiten, bei denen die Suche fehlt oder nur schwerlich gefunden wird. Letzteres ist natürlich recht ironisch, wenn man vor der Suche zunächst einmal die Suche suchen muss. In vielen Fällen ist die Suche auch nicht besonders gut konfiguriert, was dazu führt, dass die Relevanz der angezeigten Suchtreffer nicht unbedingt hoch ist. Gerade im TYPO3 Umfeld sollte dieses keinesfalls passieren, denn die TYPO3-Suche ist ein Highlight des Systems. Sie ist ausgesprochen flexibel konfigurierbar und recht genau im Ergebnis. Also wenn schon Suche, dann richtig und genau.
Ein weiterer wichtiger Aspekt bei der Gestaltung eines Navigationskonzeptes ist die Anzahl der Klicks die benötigt werden, um zum Ziel zu gelangen. Im Idealfall ist ein Besucher Ihrer Website mit drei Klicks am Ziel. Beispielsweise bei einem gewünschten Produkt oder einer bestimmten Service-Funktion.
Tipp
Prüfen Sie doch einmal Ihre Website auf diese Anforderung hin!
Auch das Verhalten von Verlinkungen und deren Kennzeichnung ist ein Bestandteil des Navigationskonzeptes und kann dem Besucher die Nutzung Ihrer Website deutlich erleichtern. Natürlich nur, wenn einige Grundregeln beherzigt sind. So sollten sich bereits gelesene Links farblich von noch nicht gelesenen und somit auch noch nicht angeklickten Links unterscheiden. Ferner ist es von Vorteil, wenn sich die Links alle gleich verhalten. Haben Sie Links von unterschiedlichem Typus, wie beispielsweise Links die ein Pdf-Dokument öffnen und Links, die innerhalb Ihrer Webseite auf ein anderes html-Dokument verweisen, so empfiehlt es sich, diese entsprechend kenntlich zu machen. Der Link zum Pdf-Dokument wird nicht selten den Acrobat-Reader starten, um das Dokument dort darzustellen. Wenn es sich aber um ein Dokument mit mehreren MB handelt, kann es durchaus vorkommen, dass bei einer etwas schwächeren Verbindung eine Weile nichts passiert. Dieses Nichts reicht, um Ihren Besucher zu vergraulen. Wahrscheinlich wird er die Site verlassen, weil er einen Fehler vermutet.