Je nach Zielsetzung kann der Einbau von Interaktionsmöglichkeiten in der E-mail selbst die Erfolgsrate deutlich steigern. Beispielsweise kann eine Interaktionsmöglichkeit aus einem kleinen Formular bestehen, in das der Empfänger nur ein Datum und eine Uhrzeit zwecks Terminvereinbarung eintragen muss und anschließend auf den „Absenden“-Knopf drücken muss. Alle anderen relevanten Daten sind bereits voreingestellt. Derartige, in eine E-Mail eingebettete Formulare, finden u.a. Anwendung um die Besucherzahl einer Hausmesse oder einer Fachmesse zu erhöhen. Denkbar wäre z. B. eine E-Mail, in der sich der Leser über ein Formular für eine Messe anmelden kann und ein Datum angeben kann, an dem er gern kommen möchte. Über einen „Anmelde“-Button würden diese Daten an den Server des E-Mailversenders übertragen.
Die Integration eines derartigen Formulars auf einer normalen Webseite ist mit TYPO3 schnell gemacht. Man wählt den Inhaltstyp „Formular“ aus und kann die einzelnen Felder bestimmen, die vom Besucher der Webseite ausgefüllt werden müssen. Zusätzlich gibt es eine Reihe an Extensions (th_mailformplus, gsi_mailform_ext, pil_mailform), mit denen weitere Funktionalitäten wie z. B. die Überprüfung von Eingabewerten, mehrseitige Formulare oder die Verwendung eigener Templates umgesetzt wurden.
Das Einbauen eines Formulars in eine E-Mail jedoch ist mit einer
Schwierigkeit verbunden, bei denen auch diese Extension keine Lösung bieten: Da das Formular auf einer Webseite eingebunden wird, findet dort eine lokale Verarbeitung der eingegebenen Werte statt, d. h. das „action“-Attribut des Formulars weist auf eine HTML-Datei, die sich relativ zur einbettenden Datei befindet. Es wird hier also nicht die komplette URL der Webseite hinterlegt wird, welche die Werte verarbeiten soll.
Dies führt dazu, dass die über diese Vorgehensweise angelegten und mithilfe einer der vorgestellten E-Mail-Marketing Extensions verschickten Formulare im E-Mail-Programm zwar angezeigt werden, aber nicht funktionieren.
Der Hintergrund dieses Problems liegt in der Art und Weise, wie die Extensions die E-Mails generieren. Denn der HTML-Quelltext wird nahezu unverändert als E-Mail verschickt. Eine Option für das Anpassen des Quelltextes bieten weder die E-Mailmarketing-Extensions noch die Formular-Extensions.
Da man mithilfe des Content-Elementes „HTML“ auch eigenen HTML-Quelltext in einer TYPO3-Seite einbinden kann, ist darüber zwar auch die Integration eines funktionierenden Formulars möglich. Es ist allerdings ein wenig Handarbeit nötig.
Codebeispiel
Hinterlegen Sie folgenden HTML-Code als „HTML“-Element auf einer TYPO3-Seite und verschicken ihn als Directmail bzw. tcdirectmail:
<form method="get" action=http://domain/index.php“>
<input type=“text“ name=”Nachricht” />
<input type="submit" value="Anmelden" />
<input type=”hidden” name=”id” value=”mailform”>
</form>
Damit die in der E-Mail bzw. dem Formular eingegebenen Werte bei TYPO3 ankommen und aus ihnen wiederum eine E-Mail generiert werden soll, muss die TYPO3-Seite mit dem Alias „mailform“ z. B. folgenden PHP-Code enthalten:
<?php
foreach ($_GET as $key => $val) { $message .= $key.’: ‘.$val; }
$message = wordwrap($message, 70);
mail('admin@domain.de','subject',$message);
?>
Achtung: Dieser Quelltext dient nur der Veranschaulichung und sollte aufgrund sicherheitstechnischer Überlegungen wenn überhaupt nur in abgewandelter Form verwendet werden!
Tipp
Eigener PHP-Code ist auf TYPO3-Seiten z. B. mit der Extension page_php_content“ integrierbar.
Das Versenden von Formularen stellt zwar eine elegante Möglichkeit dar, dem Benutzer das Übermitteln von Daten aus seinem E-Mail-Programm zu ermöglichen, von vielen Spam-Filter-Programmen werden Formulare in E-Mails jedoch nicht angezeigt. Aus diesem Grund ist der Einsatz wohl zu überlegen. Als Alternative bietet sich immerhin noch das Platzieren eines Links auf ein Anmeldeformular auf einer TYPO3-Webseite an. Dies ist zudem mit TYPO3-Bordmitteln einfacher zu erstellen.