Der betriebswirtschaftliche Nutzen von Top-Positionen in relevanten Suchmaschinen wird heute kaum noch in Frage gestellt. Meine im Februar 2006 fertiggestellte Studie über die Erfolgsdeterminanten des Online-Marketing aus Sicht deutscher Unternehmer und Marketingverantwortlicher bestätigt diese Einschätzung (Extrakt der Studie siehe: www.inmedias.de/online-marketing/Studie/) . Angesichts phänomenaler Wachstumsraten und Gewinne der Suchmaschinenanbieter [1] und stetig steigender Nutzerzahlen ist dies nicht verwunderlich. Lt. einer Studie von Nielsen/NetRatings aus dem Jahre 2005 sind für 79% aller Internetnutzer die Suchmaschinen der erste und wichtigste Anlaufpunkt, wenn es um eine Kaufentscheidung geht. Ebenfalls aus dem Jahre 2005 stammt eine Studie der Firma DoubleClick, die ebenfalls die hohe Relevanz von Suchmaschineneinträgen für Kauf-Entscheidungs-Prozesse belegt. Laut dieser Studie spielen bei etwa 50% aller Online-Käufe Suchvorgänge eine Rolle[2]. Eine Differenzierung zwischen redaktionellen Sucheinträgen und bezahlten Sucheinträgen wurd bei beiden Studien jedoch nicht gemacht. Deshalb kann die betriebswirtschaftliche Relevanz von Suchmaschinenoptimierung nur näherungsweise ermittelt werden.
Organic Ranking Visibility |
Quelle: www.prweb.com/releases/2005/3/prweb213516.htm
Zwei Studien, ebenfalls aus dem Jahre 2005 belegen, dass Suchmaschinenoptimierung mindestens die betriebswirtschafltiche Relevanz hat wie Keyword-Advertising. Wahrscheinlich jedoch noch eine größere. Eine durch die Unternehmen Enqurio Inc., Did-it LLC und Eyetools Inc. durchgeführte neuartige Eye-Tracking Studie zeigt, welche Bereiche in den Suchergebnissen der Suchmaschinen vom Auge am eheesten wahrgenommen werden. Die ersten drei Plätze in den Suchergebnissen werden von 100% aller Suchenden gelesen, der zehnte Platz hingegen nur noch von 20% der Besucher (siehe Tabelle rechts). Die rechtsplatzierten Werbeanzeigen haben einen noch schwereren Stand: nur 50% aller Suchenden lesen die erste Anzeige, ab dem fünften Platz sind es nur noch 10% [3]. Unter der naheliegenden Annahme, dass nur gelesene Einträge geklickt werden, ist die Schlussfolgerung zulässig, dass die links oben stehenden Platzierungen eine höhere Klickrate und damit eine höhere betriebswirtschaftliche Relevanz haben als die unten und die rechts stehenden Platzierungen. Die folgende Grafik verdeutlicht den Zusammenhang.
Quelle: www.prweb.com/releases/2005/3/prweb213516.htm
Die zweite Studie die belegt, dass Suchmaschinenoptimierung eine höhere betriebswirtschaftliche Relevanz als Keyword-Advertising hat, stammt von der Firma iProspect. Zwar attestiert auch diese Studie Keyword-Advertising eine immer größer werdende Bedeutung. Immerhin sehen lt. Studie inzwischen 43,1 Prozent der weiblichen und 34,6 Prozent der männlichen Internet-Nutzer die bezahlten Suchergebnisse bei Suchmaschinen als relevanteste Ergebnisse an. Trotzdem werden reguläre Suchergebnisse noch deutlich häufiger angeklickt als bezahlte [4]. Allerdings variiert das Nutzerverhalten in Abhängigkeit der genutzten Suchmaschine. Laut der Studie klicken die Nutzer bei MSN bevorzugt auf bezahlte Suchergebnisse (71,2 Prozent). Bei Google ist dies genau umgekehrt. Hier klicken 72,3% der Nutzer bevorzugt auf redaktionelle, organische Links. Bei Yahoo sind es immerhin noch 60,8%, die die redaktionellen Links den gekaufenten Keyword-Ads vorziehen [5].
[1] Vgl. Unterkapitel „Marktentwicklung in Zahlen“ im Kapitel „Keyword-Advertising“
[2] Vgl. DoubleClick, (2005), Suchaktivitäten der Online-Käufer, Zugriff am 17.01.2006 unter emea.doubleclick.com/uploadpdf/pdf/DE_search_0502_rv2.pdf
[3] Vgl. Pressemitteilung, Zugriff unter http://pdfserver.prweb.com/pdfdownload/213516/pr.pdf am 17.01.2006
[4] Vgl. iProspect Search Engine User Attitudes, (2004), Zugriff unter http://www.iprospect.com/premiumPDFs/iProspectSurveyComplete.pdf am 17.01.2006
[5] Vgl. ebenda
-> weiter: Die richtige Auswahl der Suchworte für erfolgreiche Suchmaschinenoptimierung