Die andere Hälfte der Miete (die Website selbst)

Texte im Internet

Eigentlich ist es schon lange kein Geheimnis mehr. Texte im Internet werden nicht gelesen. Sie werden bestenfalls gescannt. Zu Deutsch oberflächlich überflogen. Daher ist der Schreibstil der im Internet angewandt werden sollte um möglichst zielführend und benutzerfreundlich zu sein ein anderer als wie er beispielsweise aus dem Printbereich bekannt ist. Auch die Aufbereitung des Fließtextes ist im Optimalfall anders.

Der Schreibstil im Internet wird häufig auch Pyramidenstil bezeichnet. D. h. zuerst wird das Wichtigste in kurzer prägnanter Form geschildert. Dann das Ergebnis oder ein Fazit und zum Schluss erst die Hintergrundinformationen und die Details. Beim Schreiben für das Internet kommt es also darauf an, schnell zum Punkt zu kommen. Das Wesentliche und die Kernbotschaft zuerst. Denken Sie bitte an die eingangs in diesem Kapitel gemachten Ausführungen über Verweildauer von Besuchern auf Webseiten. Dann wird Ihnen relativ schnell deutlich, dass Sie nicht viel Zeit haben um einen Besucher zu fesseln bzw. durch Ihre Inhalte zum Verweilen auf der Webseite zu „überreden“. Die Aufnahme von Text ist am Bildschirm nämlich wesentlich ermüdender als die Aufnahme über Papier. Der Bildschirm verfügt gerade mal über 72 dpi. Deshalb empfiehlt es sich im Übrigen auch eine adäquate Schriftgröße zu wählen. Mindestens 12 Punkte. Die Verwendung von hauseigenen Schriften oder exotischen Schriften für Fließtext auf Webseiten kann nicht empfohlen werden. Wenn am Zielrechner diese Schrift nicht vorhanden ist wird vom System des Zielrechners eine andere Schrift automatisch eingesetzt. Dieses kann zu merkwürdigen Erscheinungen bei der Darstellung führen.

Ein weiterer Aspekt, der bei Fließtexten im Internet berücksichtigt werden sollte ist das Hervorheben bestimmter Kernbegriffe. Das Lesen eines langen Absatzes oder gar mehrerer Absätze am Bildschirm ist, wie bereits erwähnt, ermüdend. Die meisten Besucher lesen auch gar nicht sondern scannen Texte oberflächlich. Durch die Hervorhebung von Kernbegriffen, beispielsweise durch Fett- oder Kursivschreibung wird dem Besucher das Lesen (pardon das Scannen) erleichtert. Die folgende Grafik veranschaulicht den Sachverhalt.

Weitere Aspekte bei der Textgestaltung für Webseiten ist die Satzlänge. Grundsätzlich sind kurze präzise Sätze mit klaren Aussagen zu bevorzugen. Lange Monstersätze mit mehreren Kommas wirken eher ermüdend.

Schlussendlich möchte ich noch zwei Hinweise geben für Webseiten, die viel zu sagen haben. Sprich die sehr viel Text zu verarbeiten haben und auch nicht umhinkommen diesen zu kürzen. Breit über den Bildschirm verteilte Texte mit wenig Hervorhebungen haben zumeist eine sehr abschreckende Wirkung. Wenn schon viel Text, dann sollt zumindest überprüft werden, ob die Verwendung eines Spaltensatzes dem Ganzen nicht eine wesentlich gefälligere Optik verleihen würde. Das lineare Lesen kann in solchen Fällen ja durchaus durch die Verwendung von Hyperlinks gefördert werden. Schlussendlich war und ist das ja eigentlich auch die Idee von Hyperlinks. Wenn diese Links beispielsweise am Ende eines Textbereiches im Sinne von weiterführenden Links eingesetzt werden, kann die Lesbarkeit eines insgesamt recht großen Textes deutlich verbesserte werden. Nicht zu empfehlen ist die übermäßige Verwendung von Hyperlinks im gesamten Fließtext da dieses auch zu Frustrationen durch Verlust der Übersicht führen kann.

 

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